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Barrierefreiheit im Alltag verstehen: Warum sie viel früher beginnt, als wir denken
Ich habe lange gedacht, Barrierefreiheit beginnt dort, wo ich sie sehen kann. Bei Türen, die breiter sind. Bei Rampen. Bei Aufzügen. Bei technischen Lösungen, die sichtbar machen, dass etwas angepasst wurde. Dinge, die man einbauen, markieren oder erklären kann, damit sie „funktionieren“. Aber je länger ich meinen eigenen Alltag erlebe, desto mehr verschiebt sich dieser Gedanke. Barrierefreiheit beginnt nicht dort, wo etwas sichtbar wird. Sondern dort, wo etwas selbstverständ
Greta Brenken
vor 4 Tagen2 Min. Lesezeit
Man gewöhnt sich daran, aber nicht wirklich - Alltag mit seltener Erkrankung
„Man gewöhnt sich daran.“ Ich habe diesen Satz oft gehört. Und ich habe ihn irgendwann selbst in meinem Alltag mit seltener Erkrankung ausgesprochen, leise, fast unbemerkt, weil er etwas verspricht, das sich ruhig anfühlt. So, als würde sich alles mit der Zeit sortieren. Als gäbe es einen Punkt, an dem ich nicht mehr so genau hinschauen muss. Und ja, manches wird vertrauter. Ich merke schneller, wann etwas zu viel wird. Ich spüre früher, wann ich langsamer werden muss. Ich pl
Greta Brenken
29. März2 Min. Lesezeit
Es war nicht böse gemeint - Disability Awareness im Alltag
„Es war nicht böse gemeint.“ Dieser Satz fällt oft schnell, fast wie eine Absicherung, noch bevor wirklich Raum entsteht für das, was eigentlich passiert ist. Und meistens stimmt er ja auch. Die wenigsten Situationen entstehen aus Absicht. Niemand steht morgens auf und beschließt, andere Menschen auszuschließen oder zu verletzen. Und trotzdem gibt es diese Momente, die sich verschieben, ohne dass man sofort greifen kann, warum. Manchmal sind es Sätze, die im ersten Moment har
Greta Brenken
25. März2 Min. Lesezeit
Was Kommunikation mit Hörbehinderung schwierig macht
Kommunikation ist für den Großteil der Gesellschaft selbstverständlich. Wir sprechen miteinander, stellen Fragen, antworten, lachen zwischendurch. Gespräche entstehen einfach, ohne groß (über das Drumherum) nachzudenken. Bei mir als Mensch mit einer Hörbehinderung und zwei Hirnstammimplantaten sieht das anders aus. Das liegt vor allem daran, dass viele Dinge, die für andere nebensächlich wirken, plötzlich entscheidend werden. Sehe ich das Mundbild? Sitzt die Person mit dem R
Greta Brenken
15. März2 Min. Lesezeit
Ableismus im Alltag
Ableismus passiert selten so offensichtlich, dass alle sofort merken: Hier läuft etwas falsch. Oft ist er viel leiser. Ein Gespräch, das plötzlich über meine Begleitperson geführt wird. Ein Kommentar wie: „Das machst du aber toll, dafür dass …“ Oder ein Blick, der irgendwo zwischen Mitleid und Überraschung stehen bleibt. Die meisten Menschen meinen es nicht böse. Viele glauben sogar, besonders rücksichtsvoll zu sein. Und trotzdem entstehen genau in solchen Momenten Situatione
Greta Brenken
15. März2 Min. Lesezeit


Bundestagsrede: Ich sehe dich und ich höre dir zu
© Jörg Farys; zu sehen ist Greta vor einem Fenster ins Grüne sitzend. Ihre Haare trägt sie offen, sowie eine Bluse mit grünem Streifenmuster. Sie schaut nicht in die Kamera. Im Juni 2025 durfte ich im Bundestag über ein Thema sprechen, das mir besonders am Herzen liegt: die medizinische Versorgung von Menschen mit chronischen und/oder seltenen Erkrankungen und/oder Behinderungen . Die Rede entstand im Rahmen des Projekts „Inkluencer als Digital Speaker & Adviser“ , initiiert
Greta Brenken
13. März3 Min. Lesezeit
Inklusive Kommunikation: Warum viele Inklusionskampagnen ihr Ziel verfehlen
In den letzten Jahren ist Inklusion sichtbarer geworden. Unternehmen, Organisationen und Institutionen beschäftigen sich stärker mit Diversität und Barrierefreiheit. Kampagnen entstehen, Leitlinien werden formuliert, Begriffe tauchen häufiger auf. Trotzdem bleibt bei vielen Menschen mit Behinderung ein Gefühl zurück: Die Botschaft ist gut gemeint, aber sie fühlt sich nicht richtig an. Das liegt selten an fehlender Motivation. Viel häufiger liegt es daran, dass inklusive Kommu
Greta Brenken
13. März2 Min. Lesezeit


Der Weg zum Hirnstammimplantat - Erfahrungen & Begleitung
Ein Hirnstammimplantat (ABI = auditory brainstem implant) ist keine schnelle Entscheidung. Für viele Menschen steht am Anfang eine lange Phase aus Unsicherheit, medizinischen Gesprächen und offenen Fragen. Was bedeutet der Eingriff? Was darf ich erwarten? Wie kann ich mir das Ganze vorstellen? Ich kenne diesen Weg nicht nur aus Gesprächen, sondern aus eigener Erfahrung. Gretas Kopf in Profilansicht mit Blick auf den Sprachprozessor des Hirnstammimplantats (ABI) Was ist ein..
Greta Brenken
24. Feb.2 Min. Lesezeit


Barrierefreiheit auf Social Media - mehr als gute Absichten
Barrierefreies Social Media ist für viele Unternehmen noch kein selbstverständlicher Teil der Kommunikationsstrategie. Dabei entscheidet es darüber, wen Inhalte erreichen, wer es verstehen und nutzen kann . In meiner Arbeit sehe ich immer wieder, dass Barrierefreiheit auf Social Media zwar gewollt ist, aber im Alltag oft nicht systematisch mitgedacht wird. Gute Absichten reichen nicht Viele Unternehmen posten zu Diversity, Haltung und gesellschaftlicher Verantwortung. Aber g
Greta Brenken
11. Feb.2 Min. Lesezeit
Diagnose seltene Erkrankung – wenn sich alles verändert
Dieser Text beschreibt den Moment, in dem eine Diagnose das Leben verändert und die Frage, wie ein Umgang damit gelingen kann, ohne dass sie alles bestimmt. Diese Perspektive prägt auch meine heutige Arbeit zu Inklusion, Ableismus und Kommunikation. Es ist dieser Moment im Wartezimmer, der sich ins Gedächtnis einbrennt. Die Luft wirkt dichter als sonst. Gespräche im Hintergrund verschwimmen. Dann fällt eine Diagnose wie beispielsweise NF2 . Vielleicht ein langes, komplizierte
Greta Brenken
9. Feb.2 Min. Lesezeit


Neurofibromatose Typ 2 - was ist das & warum Awareness zählt
Vielleicht hast du den Begriff schon einmal gehört, vielleicht ist er für dich aber auch nur ein langes, kompliziertes Wort: Neurofibromatose Typ 2 (kurz NF2) . Neurofibromatose Typ 2 (NF2) ist eine seltene genetische Erkrankung, bei der sich immer wieder gutartige Tumoren im peripheren und zentralen Nervensystem bilden. Die Inzidenz, an NF2 zu erkranken liegt bei ca. 1 zu 40.000 Menschen, was NF2 zu einer seltenen und bislang unheilbaren Erkrankung macht. Zu sehen ist mein Q
Greta Brenken
25. Jan.2 Min. Lesezeit
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