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Es war nicht böse gemeint - Disability Awareness im Alltag

  • Greta Brenken
  • 25. März
  • 2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 21. Apr.

„Es war nicht böse gemeint.“

Dieser Satz fällt oft schnell, oft als Ausrede, ohne die Situation zu hinterfragen.

Und meistens stimmt er ja auch.

Die wenigsten Situationen entstehen aus Absicht. Niemand steht morgens auf und beschließt, andere Menschen auszuschließen oder zu verletzen. Und trotzdem gibt es diese Momente, die sich verschieben, ohne dass man sofort greifen kann, warum.

Manchmal sind es Sätze, die im ersten Moment harmlos wirken. Eine Bemerkung, die freundlich gemeint ist. Eine Reaktion, die niemanden treffen soll.

Trotzdem hinterlässt es etwas.

Nicht laut genug, um es direkt anzusprechen. Nicht klar genug, um es eindeutig zu benennen. Aber auch nicht so neutral, dass es einfach verschwindet.


Ich merke das oft erst viel später.

Im Gespräch selbst gehe ich weiter, reagiere, lächel, schlucke runter. Erst im Nachhinein kommt dieses leise Gefühl, dass ich das hätte ansprechen sollen. Weil es mich verletzt.

Als hätte ich einen Moment lang nicht ganz dazugehört. Oder als wäre etwas übergangen worden, das eigentlich Teil der Situation war.

Das Schwierige daran ist, dass es keinen klaren Bruch gibt.

Keinen Satz, bei dem man sofort sagen kann: Hier ist etwas falsch gelaufen.

Stattdessen sind es genau diese Zwischentöne, die schwer greifbar sind. Das, was zwischen Absicht und Wirkung liegt.

„So war das doch nicht gemeint.“

Ja, ich weiß.

Und genau deshalb ist es oft so schwer, darüber zu sprechen.

Weil es keinen offensichtlichen Anlass gibt, etwas zu erklären.Weil alles auf den ersten Blick in Ordnung wirkt. Und weil die eigene Irritation sich kaum in Worte fassen lässt, ohne sie größer zu machen, als sie vielleicht gemeint war.

Es gibt Situationen, in denen ich etwas dazu sagen könnte.

In denen ich erklären könnte, warum ein Satz anders ankommt, als er gedacht war.

Aber nicht jeder Moment trägt das. Nicht jedes Gespräch hat den Raum dafür. Und nicht jede Situation lässt sich anhalten, ohne dass etwas kippt.

Also bleibt es oft beim Runterschlucken und Weitermachen.

Einzeln betrachtet kaum sichtbar. Aber in ihrer Summe spürbar.

Nicht als etwas Großes, sondern als etwas, das sich immer wieder wiederholt.

Für mich hat das weniger mit richtig oder falsch zu tun.

Und auch nicht mit der Frage, wer etwas hätte besser machen können.

Sondern eher mit der Bereitschaft, anzuerkennen, dass zwischen dem, was gemeint ist und dem, was ankommt, ein Unterschied liegt.


Vielleicht beginnt Disability Awareness im Alltag genau dort.

Nicht bei der perfekten Formulierung.

Sondern in dem Moment, in dem man kurz innehält und nicht davon ausgeht, dass die eigene Wahrnehmung schon reicht.

Und vielleicht ist es gar nicht mehr als das.

Nur ein kleiner Raum, der entsteht und in dem etwas anders stehen bleiben darf, als man es zuerst verstanden hat.

Vielleicht ist das genau der Teil von Disability Awareness, der im Alltag kaum auffällt.

In Momenten, die nicht festgehalten werden. Und trotzdem nicht ganz verschwinden.

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Farbfoto einer jungen Frau mit schulterlangen Haaren, die in die Kamera lächelt. Sie trägt eine Strickjacke mit hellblau-weißem Rautenmuster und mehrere Ketten. Vor ihr liegt ein orangefarbener Stift und ein schwarzes IPad auf dem Tisch.

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