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Ableismus im Alltag

  • Greta Brenken
  • 15. März
  • 2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 21. Apr.

Ableismus passiert selten so offensichtlich, dass alle sofort merken: Hier läuft etwas falsch. Oft ist er viel leiser.

Ein Gespräch, das plötzlich über meine Begleitperson geführt wird. Ein Kommentar wie: „Das machst du aber toll, dafür dass …“ Oder ein Blick, der irgendwo zwischen Mitleid und Überraschung stehen bleibt.

Die meisten Menschen meinen es nicht böse. Viele glauben sogar, besonders rücksichtsvoll zu sein.

Und trotzdem entstehen genau in solchen Momenten Situationen, in denen ich merke: Meine Perspektive ist gerade gar nicht gemeint und mitgedacht.


Was bedeutet Ableismus eigentlich?

Ableismus beschreibt eine Form von Diskriminierung gegenüber Menschen mit Behinderung und/oder chronischen Erkrankungen.

Er zeigt sich häufig in Annahmen darüber, was Menschen können, brauchen oder leisten sollten.

Zum Beispiel:

  • wenn Menschen automatisch mit meiner Begleitperson sprechen statt mit mir

  • wenn jemand überrascht ist, dass ich etwas „trotzdem“ schaffe

  • oder wenn Barrieren erst auffallen, nachdem jemand darauf hinweist

Ableismus bedeutet nicht immer, dass jemand absichtlich verletzend ist.

Manchmal bedeutet es einfach, dass unsere Gesellschaft lange davon ausgegangen ist, dass alle Menschen auf dieselbe Weise funktionieren.

Und genau deshalb bleiben viele Barrieren unsichtbar (zumindest für diejenigen, die sie selbst nie erleben müssen).


Wenn „gut gemeint“ nicht reicht

„Das war doch nur nett gemeint.“

Diesen Satz habe ich schon so oft gehört.

Und natürlich stimmt er auch irgendwo. Viele Menschen wollen respektvoll sein. Manche sind einfach unsicher und wissen nicht, wie sie reagieren sollen.

Aber gute Absichten lösen Barrieren nicht automatisch.

Manchmal machen sie sie sogar sichtbarer.

Zum Beispiel, wenn über Behinderung gesprochen wird, ohne die Menschen einzubeziehen, die sie betrifft. Oder wenn jemand glaubt zu wissen, was für mich schwierig ist, ohne mich zu fragen.


Warum Disability Awareness wichtig ist

Für mich bedeutet Disability Awareness nicht, dass Menschen plötzlich alles perfekt machen müssen.

Es bedeutet eher, bereit zu sein zuzuhören.

Zu merken, dass Erfahrungen unterschiedlich sind. Dass Barrieren oft dort entstehen, wo sie niemand erwartet. Und dass Menschen mit Behinderung ihre Lebensrealität meistens ziemlich gut selbst erklären können.

Awareness beginnt oft genau dort.


Ableismus im Alltag erkennen

Ableismus im Alltag verschwindet nicht einfach.

Aber er wird sichtbarer, wenn Menschen anfangen hinzuschauen.

Wenn sie merken, dass Barrieren nicht immer baulich sind. Dass Kommunikation nicht für alle gleich funktioniert. Und dass manche Dinge nur deshalb selbstverständlich wirken, weil sie einen selbst nicht betreffen.

Manchmal beginnt Veränderung nicht mit großen Maßnahmen.

Manchmal beginnt sie mit einem Gedanken:

Vielleicht ist das, was für mich selbstverständlich ist, für jemand anderen eine Barriere.


Meine Arbeit entsteht immer aus dem, was ich selbst erlebe. Ich schreibe Texte, erstelle Inhalte und begleite Menschen oder Organisationen darin, Barrieren zu erkennen.

Es geht mir nicht um Schlagworte oder Kampagnen, die gut klingen. Es geht darum, dass Menschen anfangen hinzusehen. Dass Kommunikation verstanden wird. Dass Inhalte so gestaltet werden, dass sie wirklich ankommen. Und immer wieder erlebe ich: Es sind die kleinen Momente, die nachhallen: ein Satz, der plötzlich verstanden wird, eine Idee, die eine neue Sichtweise öffnet.





 
 
 

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Farbfoto einer jungen Frau mit schulterlangen Haaren, die in die Kamera lächelt. Sie trägt eine Strickjacke mit hellblau-weißem Rautenmuster und mehrere Ketten. Vor ihr liegt ein orangefarbener Stift und ein schwarzes IPad auf dem Tisch.

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