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Inklusive Kommunikation: Warum viele Inklusionskampagnen ihr Ziel verfehlen

  • Greta Brenken
  • vor 2 Tagen
  • 2 Min. Lesezeit

In den letzten Jahren ist Inklusion sichtbarer geworden. Unternehmen, Organisationen und Institutionen beschäftigen sich stärker mit Diversität und Barrierefreiheit. Kampagnen entstehen, Leitlinien werden formuliert, Begriffe tauchen häufiger auf.

Trotzdem bleibt bei vielen Menschen mit Behinderung ein Gefühl zurück: Die Botschaft ist gut gemeint, aber sie fühlt sich nicht richtig an.

Das liegt selten an fehlender Motivation. Viel häufiger liegt es daran, dass inklusive Kommunikation schwer umzusetzen ist, wenn bestimmte Perspektiven im Prozess fehlen.


Wenn Inklusion hauptsächlich von außen betrachtet wird

Viele Inklusionskampagnen entstehen in Teams, die sich zum ersten Mal intensiver mit dem Thema beschäftigen.

Das führt oft zu einer Perspektive von außen: Behinderung wird beobachtet, beschrieben oder dargestellt, aber nicht unbedingt aus der Erfahrung heraus gedacht.

Dabei verändert sich Kommunikation spürbar, wenn Menschen mit unterschiedlichen Erfahrungen tatsächlich einbezogen werden. Nicht als Symbolfigur, sondern als Perspektive im Prozess.


Zwischen Unsichtbarkeit und Symbolfigur

Darstellungen von Behinderung bewegen sich häufig zwischen zwei Extremen.

Entweder kommen Menschen mit Behinderung kaum vor oder sie werden stark symbolisch eingesetzt, um eine Botschaft zu transportieren.

Beides kann problematisch sein.

Wenn Behinderung ausschließlich als Beispiel für Inspiration (auch genannt inspiration porn), Überwindung oder gesellschaftliche Botschaften genutzt wird, reduziert sich eine komplexe Lebensrealität schnell auf eine einzelne Rolle.

Inklusive Kommunikation versucht stattdessen, Vielfalt als normalen Bestandteil von Gesellschaft sichtbar zu machen.


Wenn Sprache nicht zur Erfahrung passt

Ein weiteres Problem vieler Kampagnen liegt in der Sprache.

Begriffe können korrekt sein und trotzdem künstlich wirken, wenn sie nicht aus einem echten Verständnis heraus entstehen.

Gerade im Bereich Disability Awareness zeigt sich schnell, ob Kommunikation aus Gesprächen, Erfahrungen und Perspektiven entstanden ist oder hauptsächlich aus theoretischen Konzepten.


Inklusion als langfristiger Prozess

Viele Organisationen wünschen sich klare Regeln: Welche Begriffe sind richtig? Welche Formulierungen sollten vermieden werden?

So verständlich dieser Wunsch ist, so lässt sich inklusive Kommunikation selten vollständig standardisieren.

Sie entwickelt sich durch Austausch, Reflexion und die Bereitschaft, Perspektiven einzubeziehen, die bisher vielleicht nicht mitgedacht wurden.


Fazit

Inklusionskampagnen scheitern selten an fehlender Motivation. Häufig fehlt eher der Zugang zu Erfahrungen und Perspektiven, die Kommunikation glaubwürdig machen.

Inklusive Kommunikation entsteht nicht allein durch gute Formulierungen. Sie entsteht dort, wo Menschen mit unterschiedlichen Erfahrungen tatsächlich Teil des Gesprächs sind.

Und genau dort beginnt oft der Unterschied zwischen einer Kampagne und echter Veränderung.

 
 
 

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Farbfoto einer jungen Frau mit schulterlangen Haaren, die in die Kamera lächelt. Sie trägt eine Strickjacke mit hellblau-weißem Rautenmuster und mehrere Ketten. Vor ihr liegt ein orangefarbener Stift und ein schwarzes IPad auf dem Tisch.

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